Die Spatien

Spatien das sind Zwischenräume. Ein Begriff, der aus dem Druckgewerbe stammt. Wenn etwa zwey Wörter beysammen stehen / da ein spacium zwischen sol, so hat es Hieronymus Hornschuch bereits 1634 in seiner Orthotypographia dem Schriftsetzer ins Lehrbuch geschrieben.

Früh adaptierte Walter Kempowski – 1946 Lehrling in einer Druckerei – diesen Begriff für sich. Er steht bei ihm für das Ungesagte, die dem Leser abgekehrte, unbekannte Seite seines Werkes und seiner Biographie. So vermerkt das Findbuch des Kempowski-Archivs unter der Nummer 612: Die Spatien. Eine Sammlung von Essays, die meine ‚Chronik' be­gleiten sollen. Auch in seinen Tagebüchern ist zu lesen, wie Kempowski Möglichkeiten der Verwendung des Begriffes prüfte. Zunächst noch als Titel für ein Buch, das sein Werk erklärend begleiten sollte:

Die ‚Spatien', ein Band mit Aufsätzen, Bildband (August 1993).
Die ‚Spatien', meine hilflosen Erklärungsversuche (Mai 1994).

Dann als Titel eines Tagebuches:
‚Spatien'. Wäre auch ein guter Titel für [ein] Tagebuch (Oktober 1995).
Die Bezeichnung ‚Spatien' aufheben für die Tagebücher (März 2001).

Die Tagebücher heißen Sirius, Alkor und Hamit. Den Titel Die Spatien jedoch hat er uns für die Schriftenreihe überlassen.

Die Spatien sollen in unregelmäßigen Zeitabständen – jedoch mindestens einmal jährlich – erscheinen. Jede Ausgabe wird in drei Abteilungen gegliedert sein, die aus unterschiedlicher Perspektive im oben genannten Sinn Person und Werk Walter Kempowskis thematisieren.

Erste Abteilung: Texte von Walter Kempowski

Die Texte dieser Abteilung sind zum Teil unveröffentlicht, zum Teil liegt der Veröffentlichungszeitpunkt bereits einige Zeit zurück. Es eröffnet sich erstmals die Möglichkeit, die Arbeiten zusammenhängend und fortlaufend zu publizieren und jedem Interessierten leicht zugänglich zu machen.

Zweite Abteilung: Texte über Walter Kempowski

An dieser Stelle sollen all jene zu Wort kommen, die sich im weitesten Sinne mit dem Leben und Werk Walter Kempowskis beschäftigen oder mit ihm zusammenarbeiten.

Dritte Abteilung: Die Quellen.

Es ist bekannt, dass Walter Kempowski für seine Arbeit an der Deutschen Chronik umfangreiches Quellenmaterial zusammen-getragen und archiviert hat. So ist neben dem Romanwerk ein breites Archiv entstanden, das bürgerliche Kultur und bürgerliches Selbstverständnis repräsentiert. Dieses Material soll nun nach und nach in der Schriftenreihe erstmals veröffentlicht werden.

Abbildungen und Fotos, seltener Art und zum Teil bisher unveröffentlicht, werden die Texte in allen Abteilungen ergänzen. Die Schriftenreihe kann so für jeden Kempowski-Freund und -Enthusiasten zur Fundgrube werden. Die Herausgeber erhoffen sich eine Wirkung, die über die lokalen und regionalen Grenzen hinausgeht und möglichst viele Kempowski-Leser in Deutschland erreicht.

Bibliographie
Januar 2005 bis Januar 2006  

Bücher:

WALTER KEMPOWSKI:
Das Echolot. Abgesang ´45. München 2005.
Culpa. Notizen zum „Echolot“. Mit Seitenhieben von Simone Neteler und einem Nachwort von Karl Heinz Bittel. München 2005.

Hamit. Tagebuch 1990, München 2006 (ab Februar 2006 lieferbar).

DAMIANO, CARLA A.; DREWS, JÖRG; PLÖSCHBERGER, DORIS (Hrsg.):
“Was das nun wieder soll?“ Von Im Block bis Letzte Grüße zu Werk und Leben Walter Kempowskis (Wallstein) Göttingen 2005. [Tagungsband der Kempowski-Symposien in Ypsilanti (USA) und Bielefeld 2004]

CARLA A. DAMIANO:
Walter Kempowski´s „Das Echolot“: sifting and exposing the evidence via montage. Heidelberg 2005. (Diss.,Eugene, Oregon: Univerity of Oregon, 1998)

Schriftenreihen:

DRONSKI, KERSTIN (Hrsg.):
„Nun muß sich alles, alles wenden“: Walter Kempowskis „Echolot“ – Kriegsende in Kiel. Neumünster 2005 (Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte; 50)

PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER HANSESTADT LÜBECK (Hrsg.):
Festakt aus Anlaß der Verleihung des Thomas-Mann-Preises 2005 an Walter Kempowski: am 07. August 2005 im historischen Scharbausaal der Lübecker Stadtbiliothek
(Dokumentationen zum Zeitgeschehen in der Hansestadt Lübeck 2005)

HEINZ LUDWIG ARNHOLD (Hrsg.):
Text + Kritik. Zeitschrift für Literatur. 1/06 (169)
Walter Kempowski

Artikel:

MATTHIAS GRETZSCHEL:
Von Schuld und Unschuld, Leiden und Überleben Echolot. In: Hamburger Abendblatt 22.02.05.

MICHAEL KLUGER:
Grausige Höllenfahrt in den Untergang. In: Rhein Main Media 24.02.2005

IRIS RADISCH:
Phrasen, die keiner mehr kennt. In: Die Zeit Nr. 9/2005.

GUSTAV SEIBT:
Nun schweigen an allen Fronten die Waffen. In: Süddeutsche Zeitung 24.02.2005.

ULRICH BARON:
Sisyphus der Erinnerung. In: Rheinischer Merkur , Nr. 08/ 24.02.2005

THOMAS BORCHERT:
Walter Kempowski vollendet Mammutwerk «Echolot». Für dpa 28.02.2005.

HERMANN RUDOLPH:
Was einem keine Ruhe gibt. In: Tagesspiegel 05.03.2005.

THOMAS MEDICUS:
Demiurg ohne Hoffnung. In: Frankfurter Rundschau 04.03.2005

GERRIT BARTELS:
Unterwegs an den Ort der Toten. In: Die Tageszeitung 05.03.2005.

MARTIN LÜDKE:
Der große Chorgesang. In: Frankfurter Rundschau 12.03.2005.

CHRISTINE EICHEL:
Der Historien-Thriller: Interview mit Walter Kempowski. In: Cicero. Magazin für politische Kultur , 04/2005, S. 114-116.

ROTRAUT HOCK:
Ein etwas anderer Literaturbegriff. In: Main-Rheiner Zeitung 25.04.2005.

WOLFGANG SCHNEIDER:
Babylonisches Gemurmel. In Neue Züricher Zeitung 30.04./01.05.2005

GREGOR SCHIEGL:
Im Bann der Wörter. In: Süddeutsche Zeitung 12.05.2005.

WOLFGANG GRAHL:
Der Dichter und der Archivar. In NNN 14.06.2005
Nossak-Preis für Kempowski. In: NNN 09./10. 07.2005

WALTER KEMPOWSKI:
Der Kartoffelkäfer und ich. In: Berliner Morgenpost 04.09.2005.

Das mit der Einheit dauert . Interview mit WALTER KEMPOWSKI In: Schwäbische Zeitung 04.10.2005.

 

Zum Vergrößern bitte klicken.
Details
 
Details
 
Details
 
Details
 
 
Details
 
 
 
 
 
 
 
Publikationen