Mit großer Bestürzung und Trauer haben der Vorstand, die Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins Kempowski-Archiv Rostock - Ein bürgerliches Haus e.V. - vom Tode Walter Kempowskis erfahren.

Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden den trauernden Angehörigen, Freunden und Weggefährten Walter Kempowskis.

Der Ehrenbürger der Hansestadt Rostock, der dem Verein Teile seines Werkarchivs in seiner Geburtsstadt als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat, gilt als der wichtigste Autor Rostocks. Mit seinen Romanen der "Deutschen Chronik" hat er Rostock ein unvergängliches Denkmal gesetzt.

Wir trauern um einen unermüdlichen Schriftsteller und Archivar.

Gedenkveranstaltung für Walter Kempowski
Sonntag, 25. November 2007 in der Marienkirche in Rostock
Die Ehrenrede für Walter Kempowski hielt Prof. Dr. Jörg Drews. Er ist nicht nur einer der fundiertesten Kenner des Werkes, sondern auch ein langjährigen Wegbegleiter von Walter Kempowski und guter Freund.
Gedenkveranstaltung
Presse:
Ostsee-Zeitung v. 26.11.2007

Norddeutsche Neueste Nachrichten v. 26.11.2007

Kondolenz-Mail schreiben

Tief betrübt bin ich über Walter Kempowskis Tod. Er ist gegangen. Und doch bleibt er uns erhalten. Vergessen werde ich ihn nie. Frank Knust, Langenhagen, am 11.10.2007


"Just an old sweet song keeps Georgia on my mind..."     
 Stefanie Wartmann-Milde, Oldenburg 


Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Bestürzung habe ich den Tod Walter Kempowskis vernommen. Er war – und ist – für mich einer der größten Schriftsteller und Chronisten des 20. Jahrhunderts, darüber hinaus aber in seiner ganzen aufgeklärten liberal-konservativen Bürgerlichkeit, seiner Menschlichkeit, Aufrichtigkeit, Liebenswürdigkeit und seinem wunderbaren Humor seit vielen Jahren ein Vorbild. Menschen wie Walter Kempowski wird es nicht mehr geben. Von seinem Lebenswerk wird man aber immer sagen können: es war nicht "alles umsonst".
Ich bedanke mich bei Walter Kempowski, der mit seinen Werken mein Leben bereichert hat.
Herzliche Grüße
Tilman Rosse, Leipzig


Ich bin tief betroffen ueber den Tod Walter Kempowskis und spreche den Angehoerigen und Freunden mein tiefstes Mitgefuehl aus. Er hat ein grosses Werk geschaffen. Walter Kempowski gab unserer Volksseele Ausdruck.
Ich bin mit deinen Buechern grossgeworden und werde dich nie vergessen Walter Kempowski. Du hast mein Bewusstsein, was es bedeutet deutsch zu sein, entscheidend mitgepraegt. Ruhe in Frieden.
Barbara C., Albuquerque/USA


Es war zu erwarten, doch das ändert nichts. Denn es fehlt eine einzigartige Perspektive. Nicht die aus Rostock oder Nartum. Nicht die des Dorfschullehrers. Nicht die des Schriftstellers. Und auch nicht der bereichernd verschrobene Blick auf die politischen Verschiebungen in Deutschland. Es fehlt Walter Kempowski, im Ganzen. Er bleibt im literarischen Werk, daran ändert sich nichts. Tobias Woitendorf, Rostock


Nun ist er von uns gegangen. Still und unspektakulär. Ein Chronist (und nicht nur das), der mit dem Gefühl abtreten konnte, etwas Großes vollendet zu haben. Nichts davon war umsonst, denn das Stimmengewirr, welches er uns erschloss, klingt in uns weiter. Unser Mitgefühl gilt in diesen Tagen seiner Familie und allen, die ihn erleben durften und gern hatten.
Sven Michael Thomas, Winsen an der Luhe


Mit großer Bestürzung und Trauer erfuhr ich in den Nachrichten vom Tod Walter Kempowskis. Sein einzigartiger Erzählstil fasziniert mich nun schon seit vielen Jahren. Niemand hat in ähnlicher Weise Geschichte geschrieben. Seine Werke gehören einfach zur deutschen Literatur. Für mich hat Walter Kempowski mit seiner Arbeit als Schriftsteller und Chronist ein Lebenswerk hinterlassen, welches es zu bewahren gilt. Ruhe er in Frieden! Herzliche Grüße Manfred Kamhardt


„In Erinnerung an Walter Kempowski“
Walter Kempowski hat schon in frühester Jugend mein Leben belebend beeinflusst. Die Kraft aus „Tadellöser und Wolf“ und vor allem „Ein Kapitel für sich“ – besonders durch Fechner`s Verfilmung ist für mich bis heute und sicher für meine Zukunft Richtungsweisend. Ein einmaliger Briefwechsel und die persönliche Begegnung im März 2005 werden mir in ewiger Erinnerung bleiben.
Johannes Baumann, Berlin


Der Tod von Walter Kempowski hat mich zutieft traurig gemacht.
Mein Mitgefuehl ist bei seiner Familie und seinen Freunden.
Man wusste es schon lange, seine Krankheit wuerde irgendwann siegen. Aber man hoffte irgendwie dennoch, still, als scheinbar Unbeteiligter.
Am 05.09.2007 hatte ich die Ehre Walter Kempowski anlaesslich des Literaturnachmittages im Hause Kreienhoop noch einmal zu sehen. Deutlich geschwaecht von seiner zehrenden Krankheit empfing er seine Leserschaft unter reichem Applaus. Es dauerte eine Weile bis der Applaus, langsam abebbend, abklang.
Alle Erschienenen waren sich dieses bedeutenden Moments bewusst. Es war weniger eine Lesung, mehr ein Abschiednehmen in tiefer Dankbarkeit. So hatte ich es zumindest empfunden.
Walter Kempowski scherzte ein wenig ueber sein Leiden, ein wenig verschmitzt und spitzbuebig, so, wie man ihn aus seinen Romanen kannte. Dann begann er aus 'Aus grosser Zeit' zu lesen. Sein Lieblingsbuch, wie er sagte. Ich fragte mich, ob er es bewusst fuer diese, seine letzte Lesung ausgesucht hatte.
Ich sah mich um, es gab etliche nasse Augen. Nach circa einer halben Stunde wurde er von seiner Mitarbeiterin abgeloest, er war sichtlich geschwaecht. Wie musste er seine Leserschaft lieben, dass er sich noch solchen Strapazen aussetzte!
Im Anschluss der Lesung signierte Herr Kempowski noch Buecher. Jeder nur eines, wurde zuvor bei der Einfuehrung im Restaurant 'Nartumer Hof' gebeten. Alle respektierten das. Ich lies mir T&W signieren, ganz bewusst dieses eine Buch, welches mir das Schaffen von Walter Kempowski erstmalig in meiner Jugend nahe gebracht hatte. Lange Reihe, betretene Gesichter. Nun war ich dran. Traenen in den Augen. Was soll man sagen? 'Herzlichen Dank, Herr Kempowski' stammelte ich hervor. 'Kennen wir uns nicht?' 'Nein, nicht persoenlich'. Ein guetiger Blick, ein Laecheln. Was mag er wohl gedacht haben?  Man hatte ja nur als Leser an seinem Leben teilgenommen. Man 'war mit ihm' im Harz gewesen, hatte mit ihm im Block gelitten, und schliesslich auch sein Ankommen im Berufsleben und seine Projekte verfolgt. Er lies einen irgendwie teilhaben - und auch nicht los. Er begeisterte durch sein Schaffen. Weiter hinten schoss ich noch ein Foto von ihm, nahm innerlich Abschied und ging schweigend durch die Menge der Gaeste hinaus. Ich habe etliche signierte Buecher von ihm, dieses aber wird einen Ehrenplatz erhalten.
Herzlichen Dank, Herr Kempowski
Andreas Ruempler, Potomac, Maryland/USA


Mit tiefer Betroffenheit habe auch ich vom Tod Walter Kempowski erfahren.
Ich hatte das Glück Herrn Walter Kempowski in den 70er Jahren als einen meiner Lehrer auf der Grundschule in Zeven kennen zu lernen.
Viele Jahre später habe ich erst angefangen seine Bücher zu lesen und konnte 2006 auch einen seiner Literaturnachmittage im Hause Kreienhoop besuchen.
Auch nach so vielen Jahren war ich sehr positiv Überrascht das Herr Kempowski sich eigentlich gar nicht verändert hat.
Danke Walter Kempowski, danke für die schönen "Lesestunden"! Ruhe in Frieden.
Mein Mitgefühl gehört den trauernden Angehörigen, Freunden und Weggefährten Walter Kempowskis.
Uwe Bomrowitz, Heeslingen/Zeven

 

 

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